Da Aikido keine Wettkämpfe kennt, spielt die Gradierung im täglichen Training keine Rolle. Entscheidender ist die persönliche Widmung, Fertigkeit, Freude und das Interesse, sich mit der Materie und der Systematik auseinander zu setzen. Das ist einer der wichtigsten Dinge auf dem persönlichen Entwicklungsweg ("Do")
Vorbereitung und Durchführung der Prüfung in den Kyu- und Dan-Graden
Neben der technischen Kenntnisse sind für eine erfolgreiche Prüfung vor allem die korrekte praktische Ausführung entscheidend.
Zu Beginn des Aikido-Weges ist man bestrebt, sich die Techniken des Prüfungsprogramms als "Checkliste" anzueignen. Dies ist zwar nicht grundsätzlich falsch, aber unvollständig. In fortgeschrittenen Schülergraden ist nebst dem Beherrschen der Technik ganz besonders die Ausführungskompetenz im Kontext der Bewegungsabfolge entscheidend. Das Ausführen einer Technik gründet nicht nur auf das Aneinanderreihen einzelner Elemente, sondern es wird als Bewegungsabfolge in ihrer Gänze betrachtet:
- die Korrektheit der technischen Ausführung (Waza)
- die Korrektheit und Sicherheit der Rahmenkompetenzen: Roll- und Fallschule (Ukemi-waza) und in den Angriffsbewegungungen (Uchi-komi)
- die Körperhaltung bei der Ausführung der Technik, Standsicherheit und Kontrolle über die Bewegungen von Uke
- das Timing, die Distanz und Dynamik der Ausführung
- das korrektes Ausführen von Atemtechniken zu Beginn der Lektion in der Phase Aiki-Taiso
- der Aufbau und die Befähigung Kokyu (Atemkraft) statt Muskelkraft bei Ausführung der Technik einzusetzen
- das Ausführung, die Präzision und angestrebte Wirkung der Eingangs- und Überleitungsbewegungen
- das verhältnismässige Anbringen von Störmassnahmen (Atemi-Waza)
- die Körperhaltung und Intensität der situativen Präsenz nach Abschluss der Technik (Zanshin)
- die Handhabung der Waffen in den Grundzügen, Waffentechnik im Prüfungsprogramm ab 1. Dan
- die Grundkenntnisse über die systematischen Zusammenhänge der Basistechniken
- aber auch zeitliche und sportliche Einsatzbereitschaft im regulären Unterricht u.a.m.
Diese kann man sich nicht mit dem Kurzzeitgedächnis aufbauen, sondern muss sie durch stetes Üben und Reflektieren des Gelernten erarbeiten.
Merke: Die Prüfung beginnt mit dem regelmässigen Üben und Weiterentwickeln der eigenen Fertigkeiten.
Das Absolvieren eines Prüfungsprogramms vor den Experten bildet den Abschluss dieses Teils des Entwicklungsweges. Die Prüfung ist kein Abschlusstest, sondern sie hat den Charakter eines Eintrittstests. D.h. es wird geprüft, ob der Kandidat das erforderliche Können und die Reife besitzt, sich auf der entsprechenden Stufe mit allen erforderlichen Aspekten weiter zu entwickeln.
Wie bereite ich mich auf eine Prüfung korrekt vor?
Mit der Anmeldung zur Prüfung verpflichtet sich der Kandidat dazu, sich intensiv mit dem Prüfungsprogramm auseinander zu setzen und die Lektionen regelmässig zu besuchen. Das Erarbeiten der Techniken der zu prüfenden Stufe ist eine 'Hol-Schuld' und damit Teil des "Weges". Die Lehrer unterstützen ihn bei der Erarbeitung des erforderlichen Könnens.
zur Prüfungsvorbereitung
Prüfungen werden ein bis zwei mal jährlich im Dojo Aarau abgenommen. Die Daten werden meist im Mai/Juni und im November angesetzt.
Anmeldung
Zur Zulassung an eine Prüfung werden Mindestanforderungen gestellt im Bezug auf die Zeitspanne seit der letzten Prüfung (Reifegrad für die nächste Stufe) und die Anzahl der besuchten Unterrichtslektionen. Der Kandidat muss Aktivmitglied und im Besitz einer gültigen Verbandeslizenz sein.
Der Kandidat ist selbst dafür besorgt, sich rechtzeitig zur Prüfung anzumelden, damit er die notwendige Anzahl der Lektionen bis zum Prüfungstermin erreicht. Nach erfolgter Anmeldung führt der Kandidat selbstständig die Präsenzkontrolle im Dojo zur Überprüfung der Lektionsbesuche.
| angestrebter Grad | Mindest-Zeitspanne seit der letzten Prüfung | minimale Anzahl der besuchten Lektionen im Dojo Aarau zwischen Anmeldung an die Prüfung und dem Prüfungstag (***)
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| Mu-Kyu | | Besuch Einführungskurs bzw. 8 - 12 Lektionen |
| 6. Kyu | 3 Monate | 10 Lektionen |
| 5. Kyu | 6 Monate | 15 Lektionen |
| 4. Kyu | 6 Monate | 20 Lektionen |
| 3. Kyu | 9 Monate | 30 Lektionen |
| 2. Kyu | 9 Monate | 40 Lektionen * |
| 1. Kyu | 1 Jahr | 50 Lektionen * |
| 1. Dan | 1 Jahr | 60 Lektionen ** |
| 2. Dan | 3 Jahre | 2 x wöchentlich ** |
| 3. Dan | 4 Jahre | 2 x wöchentlich ** |
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* Pflicht zum Besuch der Kyu-Stage ** Pflicht zum Besuch der Lektionen 6. Dan
| Mindestalter: 6. Kyu: 14 Jahre ¦ 1. Dan: 18 Jahre |
*** Es liegt in der Natur der Dinge, dass die 'minimale Anzahl der besuchten Lektionen' nicht ausreicht, um sich die Kenntnisse der jeweiligen Stufe zu erarbeiten. Sie bildet vielmehr die Zeitspanne, in welcher die Kenntnisse und Reife des Aikidokas von den Lehrern und Examinatoren nach der Anmeldung begleitet und die Vortschritte überprüft werden.
Die Trainer sprechen eine Empfehlung zuhanden des Prüfungsexperten aus, ob der Kandidat die notwendige Reife zur Prüfung erricht hat.
Als Lektionen gelten:
- reguläre Lektionen des Aikido-Club Aarau und Kyu-Stages Aarau
- erwünscht sind auch der Besuch von offiziellen Lehrgängen des Verbandes und der Besuch von internationalen Stages.
Kandidaten erscheinen zum Trainingsbeginn rechtzeitig im Dojo. Der Verbandesausweis ist mit gültiger Jahresmarke dem Experten vor der Prüfung abzugeben. Prüfungsgebühren (Verbandesabgabe):
6. Kyu - sFr. 10.00
5. Kyu - sFr. 20.00
4. Kyu - sFr. 30.00
3. Kyu - sFr. 50.00
2. Kyu - sFr. 60.00
1. Kyu - sFr. 80.00
1. Dan - sFr. 200.00
Auch nach bestandener Prüfung soll das Training weiterhin regelmässig besucht werden. Die nächsten Prüfungskandidaten freuen sich über die Unterstützung und Teilnahme als “Uke” an deren Prüfungsvorbereitung.
Das Instruktionskader des Aikido-Club Aarau bezieht die technischen Direktiven von Sensei Michele Quaranta, 6. Dan, Basel, und Sensei Francesco Marrella, 6. Dan, Wohlen. In der technischen Ausrichtung ist der Verein der Gruppe Sanshinkai des Verbandes Aikido Switzeland angeschlossen.
Mit dieser Lehrdirektive anerkennt die technische Leitung unseres Dojos, dass seit dem Ausscheiden von Sensei Ikeda aus dem aktiven Unterricht Aikido nicht still gestanden hat, noch jemals still stehen wird.
Die Investitionen und das persönliche Engagement der Mitglieder unseres Vereins, welche ihr Wissen und Können über mehr als 25 Jahre aufgebaut haben, über dessen innere moralisch-ethischen Werte und dessen äussere praktische Applikation bei der Anwendung, bleiben erhalten und werden mit der Akzeptanz der Unterrichterteilung durch Sensei Marrella und Sensei Quaranta weiter ausgebaut.