Grundsatz


"Wahres Budo kennt keine Niederlage"
Morihei Ueshiba

Für Aussenstehende oder Zuschauer ist Aikido zunächt einmal ein „Selbstverteidigungs-Sport“, der aus Japan stammt und anderen Budo-Künsten ähnlich ist. Dem Aikido sind jedoch einige Punkte zu eigen, welche in anderen Budo-Künsten und Selbstverteidigungstechniken kaum vorkommen:

  • Aikido baut keinen Widerstand mit Kraft auf, sondern lenkt die Kräfte des Angreifers um.
  • Aikido verwendet die Dynamik des Angreifers zur Ausführung der Technik
  • Aikido kontrolliert den Angreifer nicht durch Konfrontation und Kraft, sonder durch Flexibilität
  • Aikido kennt keine Wettkämpfe
  • Aikido kultiviert höchste Ethik und Gnade einem Angreifer gegenüber

In der Bedeutung des Namens – AI KI DO – widerspiegeln sich diese Grundsätze:

AI = Vereinigung, zusammenführen 
KI = Geist, geistige Kraft, Energie, Lebenskraft
DO = Lebens- und Entwicklungsweg

Am Anfang steht die Körperschulung mit Gymnastik und Geschicklichkeitsübungen. Durch fleissiges und beständiges Üben wird die Gewandtheit und Dynamik der Körperbewegungen gefördert. Die Betätigung im Aikido unterstützt ferner das harmonische Zusammenspiel zwischen Körper und Geist; Ruhe und Bewegung; Yin und Yang.

Mit zunehmender Körperbeherrschung wird man sicherer und lockerer. Rollen und Fallen - im Training auf Matten ausgeführt - wird einfacher. Das Körperbewusstsein wächst, ebenso wird das statische und dynamische Gleichgewicht stabiler. Man lernt, sich der Angriffskraft nicht kräfteverzehrend entgegen zu werfen, sondern sich dem Angreifer durch geschickte Bewegung und rechtzeitiges Ausweichen mit Schritten und Drehungen anzupassen. 

Alle Techniken sind nur ausführbar, wenn man selbst ein gutes Gleichgewicht und Standvermögen hat. Darin zeigt sich die Überlegenheit einem Angreifer gegenüber: Nur aus der Stärke dieses stabilen Bewegungsvermögens heraus kann man den Angreifer führen, lenken und auch werfen.
Einfühlungsvermögen, Konzentration, Timing und Reaktion sind deshalb zentrale Elemente in der Technik.

 

Man beginnt zu erkennen, dass es nicht länger darauf ankommt, einen Gegner, Angreifer oder Partner im Training unbedingt zu besiegen, zu werfen und zu überwältigen, sondern sich selbst zu schulen und weiterzuentwickeln.

Die wirkliche Stärke hält den Aikidoka davon ab, einen Angreifer ernsthaft zu verletzen. Solche Absichten hegt in der Regel der Angreifer - der Aikidoka begegnet ihnen mit technischer Fertigkeit und geistiger Gelassenheit, ohne sich selbst auf dieses Niveau zu begeben.

Dadurch, dass er sich nicht der Kraft und der Gewalt bedient, führt er den Angreifer hin zum Frieden und zum Verständnis, den Angriff besser abzubrechen.

Diese körperliche und geistige Entwicklung erfordert stetes Üben und die Bereitschaft zur ständigen Überprüfung des Gelernten.